Was für ein schöner Tag! Nach 3 Jahren packe ich mein Longboard wieder aus und drehe ein Ründchen auf dem Flughafen Tempelhof. Auf dem Weg nach Hause verirre ich mich in einen Tunnel. Und als der Tunnel zu Ende ist, bin ich mittendrin im Backstage-Bereich des Berlin Festival 2010.
Da denke ich noch, ist ja eh umsonst. Als ich mich aber mit einem Regensburger unterhalte, der trotz 25 Grad im Schatten eine Wollmütze trägt, erfahre ich, dass ein Ticket schlappe 70 Euro kostet. 70 Euro!
Einem so teuren geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul, selbst wenn scheinbar kein Berliner auf dem “Berlin Festival” zu finden ist und die Mode aus so engen Hosen besteht, dass man oft glaubt, die Umrisse eines Hodens zu erkennen. Ich mische mich also unter das Fußvolk und finde den – jetzt kommts – “Urban Art Workshop” von Warsteiner. Hier dürfen sich Menschen mit engen Hosen darin versuchen, mit Sprühdose und Schablone schwarze Pappmöbel (die in Berlin sehr stark die Urbanität prägen) zu verschönern.
Ach du Scheiße.
Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, ebenfalls eins zu bemullern.
Bürger, lass das Glotzen sein! Reih dich in die Demo ein!
Eine unglaubliche Ungerechtigkeit ist geschehen. Etwas, dass uns Klimawandel, Krieg und diesen lächerlichen Vulkanausbruch vergessen lässt. Und die neue Zahl des Grauens ist nicht mehr die 666, sondern die 56,4.
Soviel Prozent der Anrufe bekam Menowins Konkurrent Mehrzad bei der aktuellen DSDS-Staffel. Menowins Fans glauben zu Recht an Betrug und organisieren diesen Samstag um 14 Uhr eine Demo am Alexanderplatz. Wir sehen uns dann da, es geht schließlich ums Prinzip. Denn dass ein Sieg bei DSDS nichts mit Erfolg zu tun hat, haben wahrscheinlich auch die grenzdebilen Menowin-Fans längst begriffen.
Zugegebenermaßen hat die ganze Komödie auch ihre schöne Seite: Da die Bild-Zeitung kräftig Stimmung gegen Menowin gemacht hat, boykottieren die Fans jetzt das Schundblatt. Und von 100 Menowin-Fans lesen schließlich 29 die Bild. Die anderen können nicht lesen.
Update: Jetzt schlägts 13! Eine Liebeserklärung an Menowin von einem sehr sensiblen Rapper.
Noch ein Update: Der Facebook-Link geht nicht mehr. Schade, die Demo wurde scheinbar abgesagt.
Kneipenwirt antwortet auf unsere höfliche Nachfrage, ob man statt der Expertenanalyse eines gelaufenen Fussballspiels über Beamer lieber Musik anmachen könnte:
Ick warte och auf Musik, aber nur, damit ick euer Gequatsche nich mehr ertragen muss!
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